© Peter Neher

Name: Eva G.-Z.
Muttersprache: deutsch
Beruf: Lehrerin in Rente
Bezeichnung des Gegenstands: chinesisches Stickbild „Paradiesvögel“
Meine Geschichte dazu:

Ich widme es dem Andenken an meine Tante, Schwester Antonilla SSpS. Als sie 1954 nach 20jähriger Missions- und Krankenpflegetätigkeit aus China ausgewiesen wurde, brachte sie einige Seidenstickbilder für ihre Familie mit.
Sie trat 1920 in die Missionskongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes ein und nahm den Ordensnamen Antonilla an. Im Kloster Vallendar bei Koblenz wurde sie als Krankenpflegerin ausgebildet und 1934 nach China in die Provinz Honan entsandt. Der mühselige Aufbau eines neuen Krankenhauses durch den Orden wurde in den Wirren des 2. Japanisch-Chinesischen Krieges (1937-1945) fast zunichte gemacht. Der Flucht vor den Kommunisten im Jahre 1947 folgten mehrere Jahre in einem Krankenhaus in Peking. Die Nonnen wurden wegen des Bürgerkrieges nötigst gebraucht, denn 80 bis 100 verletzte oder halb verhungerte Patienten pro Tag waren keine Seltenheit. Als erfahrene Krankenschwester gehörte meine Tante zu den wenigen Ordensangehörigen, die nicht sofort ausgewiesen wurden, als Mao Zedong am 1. Oktober 1949 die Kommunistische Volksrepublik China gründete. „Meine Ordenstracht habe ich nach der kommunistischen Machtübernahme immer getragen“, erzählte sie später. Die Standhaftigkeit brachte sie 1954 schließlich doch hinter Gitter. Und nur Dank der Fürsprache einflussreicher chinesischer Würdenträger kam sie durch Ausweisung nach Deutschland mit dem Leben davon.